Dezember 2005
9 Märchen über's Abnehmen
-
von Andreas Hefel, Direktor Fachkurhaus- und Ausbildungszentrum Seeblick, Berlingen
1. Je weniger ich esse, desto schneller nehme ich ab.
Falsch. Die Menge und die Zusammensetzung spielt die entscheidende Rolle. Wenn Sie zum Beispiel gar nichts essen (Nulldiät, Saftfasten), wird Ihr Körper innerhalb von zwei bis drei Tagen Ihren Grund- oder Ruheumsatz senken (Ihr Körper verbrennt weniger = Sparflammeneffekt). Nur wenn Sie ausreichend Eiweiss, Kohlenhydrate mit tiefem glykämischen Index, genügend Flüssigkeit und die für den Stoffwechsel notwendigen Vitamine-, Mineralien und Spurenelemente zuführen, erreichen Sie eine optimierte Depotfettverbrennung und damit die Voraussetzung für eine rasche und gezielte Gewichtsabnahme. Wie bei allen Verbrennungsprozessen, gibt nur der optimale Mix die gewünschten Ergebnisse.
2. Wenn ich abnehme, lerne ich gleichzeitig mein Gewicht zu halten.
Falsch. Dieser Jahrhundertirrtum ist mitverantwortlich, dass viele abnehmwillige unter falschen Voraussetzungen in eine Diät einsteigen und sich dann wundern, dass sie nach jeder Diät wieder zunehmen. Abnehmen ist für den Körper eine völlig andere Stoffwechselsituation als das Wunschgewicht zu halten. Beim Abnehmen brauchen Sie also einen völlig anderen Nährstoffmix als beim Stabilisieren. Die Auswahl der Lebensmittel sind deshalb völlig unterschiedlich.
3. Wenn ich eine oder zwei Mahlzeiten am Tag weglasse, kann ich auch gut abnehmen.
Falsch. Zwar werden Sie in den ersten Tagen, an denen Sie das tun, tatsächlich ein paar Pfunde verlieren, aber mittel- und längerfristig gewöhnt sich der Körper an diesen Rhythmus der Nahrungszufuhr und wird, wie unter Märchen 1 beschrieben, den Ruhe- oder Grundumsatz (primär die Fettverbrennung) senken. Viele
Aminosäuren (Eiweisse), Vitamine, Mineralien und Spurenelemente werden für die optimale Fettverbrennung benötigt und können nur beschränkt gespeichert werden. Fehlen diese (z.B.Carnitin), baut der Körper nicht nur weniger Fett sondern zusätzlich auch Muskelmasse ab. Bei weniger Muskelmasse sinkt der Grund/Ruhe-umsatz weiter, man fühlt sich müde und schlapp, Bewegung fällt einem schwer. Ein gefährlicher Kreislauf beginnt.
4. Mit einer 1000kcal Mischkostdiät kann ich abnehmen und mich trotzdem ausgewogen ernähren.
Falsch. Auch dieser Blödsinn geistert immer noch in vielen Köpfen herum. Es ist heute unmöglich, mit nur 1000kcal pro Tag den Stoffwechsel und die Körperzellen mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen zu versorgen. Ein Mangel an Fettsäuren, Aminosäuren (Eiweisse), Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen wird über mittlere bis längere Zeit die Folge sein. Gesundheitliche Schäden sind
5. Wenn ich nur Eiweiss und keine
Kohlenhydrate esse, nehme ich
schneller ab.
Falsch. Auch hier haben wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig gezeigt, dass Sie in etwa gleich viel abnehmen, wenn Sie nur Eiweiss und Fett (Atkins) essen, wie wenn Sie eine Mischkost mit Eiweiss, Fett und Kohlenhydraten in gleicher Kalorienmenge essen. Interessant ist jedoch, dass der Gewichtsverlust bei einer eiweissdominierten Diät (z.B. Atkins) vermehrt durch Wasserverlust entsteht, während bei einer Diät mit Kohlehydraten, mehr Fett verbrannt wird.
6. Meine Blutgruppe spielt
eine Rolle, bei dem was
ich essen darf oder nicht.
Falsch. Es gibt keine wissenschaftlich haltbare Erklärung für eine Blutgruppendiät oder spezielle Lebensmittel, die auf Grund einer bestimmten Blutgruppe zu meiden oder zu bevorzugen sind. Eine viel grössere Rolle spielen wahrscheinlich die Gene in Ihrem Erbgut. Der Geschmackssinn wird nämlich vererbt, wie das neuere Untersuchungen
am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE, 2005) in Potsdamm bestätigt haben. Während wir früher essen mussten, was auf den Tisch kam, können wir uns heute meistens das aussuchen, was uns schmeckt. Dies
führt mittel- und längerfristig zu einer einseitigen, rein geschmacksorientierten Ernährung. Wenn nur noch das gegessen wird, was uns schmeckt, muss man sich über Mangelerscheinungen, Übergewicht und Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht wundern. In Europa rechnet man heute schon mit einem Bevölkerungsanteil von 30 bis 40% mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und empfiehlt darum sog. Rotationsdiäten. Bestimmte Nahrungsmittel dürfen dann nur noch alle 3 bis 4 Tage gegessen werden. Dieser Ansatz dürfte auch für die Stabilisierungsphase richtig sein.
7. Mit Trennkost nimmt man leichter
ab.
Falsch. Auch für die Trennkost gibt es keine wissenschaftlich fundierte Basis.
Ernährungsphysiologisch ist sie auch bedenklich, weil der Eiweiss- und Fettanteil, wie bei der Atkinsdiät, viel
zu hoch ist und zu einer latenten Übersäuerung mit allen negativen Folgen (Gicht, Rheuma, entzündliche Erkrankungen) führen kann. Warum man bei Trennkost abnehmen kann ist ganz einfach erklärt. Wenn Sie über die Spaghettis keinen Käse streuen dürfen oder zum Raclette keine Kartoffeln essen, schmeckt's weniger und Sie Wenn Sie uns nicht glauben, versuchen Sie mal die Hefel'sche Trennkost. Trennen Sie konsequent Fett und Kohlenhydrate (zum Frühstück und Mittagessen nur Kohlenhydrate und Eiweiss essen und zum Nachtessen nur Fett und Eiweiss). Das funktioniert garantiert. Ein heisser Tipp für die Stabilisationsphase. Den gleichen Effekt erzielen Sie auch, wenn Sie konsequent Salz und Zucker (inkl. Süss-Stoff) in Ihren Speisen weglassen. Ihre täglichen HCK®-Vitalstoffe sollten Sie aber trotzdem zu sich nehmen. essen automatisch
weniger.
8. Ein kleines Stück Schokolade pro
Tag ist besser als einmal in der
Woche
eine ganze Tafel.
Falsch. Die Geschwindigkeit des Zuckeranstiegs im Blut ist unabhängig von der Menge, die Sie essen. Bei einem kleinen Stück Schokolade, wird gleich viel Insulin ausgeschüttet, wie bei einer ganzen Tafel. Da aber insgesamt wenig Zucker im Blut vorhanden ist, die Insulinmenge aber für eine ganze Tafel ausreichen würde, kommt es schnell zur Unterzuckerung
bei gleichzeitig noch hohen Insulinwerten und damit zu Stoffwechselstress.
Die Stresshormone Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet, Sie fühlen sich kribbelig, schwach,
gestresst und reagieren mit Heisshunger. Die Folgen sind absehbar. Wenn Sie eine ganze Tafel essen, stimmt das Verhältnis Blutzucker zu Insulin und Sie reagieren mit Sättigung und nicht mit Hunger. Achtung: diese Empfehlung ist in dieser Form für den Diabetiker nicht geeignet, da er schon eine etablierte Stoffwechselkrankheit hat. Diabetiker müssen sich an kleine über den Tag verteilte KH Portionen halten.
9. Obst macht schlank, von Obst kann
man nicht zunehmen.
Falsch. Das heutige Obst hat auf Grund von Pflanzenzüchtungen einen bis zu 30%
höheren Traubenzuckeranteil als früher. Süsse Obstsorten werden bevorzugt. Heute spielt es leider praktisch keine Rolle mehr, ob
Sie ein Stück Schokolade oder ein paar Trauben,
einen Apfel oder eine Orange essen. Die Insulinantwort auf den auch bei Obst rasch ansteigenden Blutzuckeranstieg ist wie bei
Schokolade in etwa gleich gross. Hungerattacken und Stoffwechselstress sind die Folgen, wenn Sie nur einen
Apfel oder ein paar Trauben zu sich nehmen. Essen Sie deshalb eine ganze Mahlzeit, also zwei bis drei Äpfel, zwei
bis drei Portionen Trauben oder zwei bis drei Orangen auf einmal, dann werden Sie
satt. Noch besser: Kombinieren Sie Obst immer mit langsam verdaulichen Kohlenhydraten, z.B. als Dessert
nach einer Mahlzeit oder zusammen mit einem halben Teelöffel Guar HP-100
Schlankheitstipp mit Guar -
Was ist Guar und wie wirkt es?
Guarkernmehl ist wie die herkömmlichen Ballaststoffe schwer- bis unverdaulich, aber im Gegensatz zu diesen kalt- und warmwasserlöslich
und bildet eine hochviskose (gelartige) Lösung.
Es ist sowohl in sauren als auch alkalischen Medien löslich und kann mit allen Lebensmitteln gemischt werden. Sein Wasserbindungsvermögen ist etwa 8 bis 10 mal höher als das der bekannten Weizenkleie. Durch diese ungewöhnlichen Vorteile können schon geringe Mengen Guarkernmehl, als Zusatz zur Normalkost eine Reihe von Stoffwechselstörungen vermindern bzw. sogar beseitigen.
Art der Anwendung:
1/2 bis maximal 1 Teelöffel mit 100-250 ml Flüssigkeit vor oder zu den Mahlzeiten
einnehmen. Kann auch in breiige Speisen (z.B. Joghurt)eingerührt werden.
Wirkung(en):
Guar HP-100 ist ein feinkörniges Granulat, das im Magen bei Flüssigkeitszufuhr
rasch aufquillt, den Appetit hemmt und im Dünndarm Cholesterin und Gallensäuren bindet und dadurch Stoffwechsel und Leberfunktion entlastet. Schnellere Sättigung. Als Zuckerbremse vor dem
Essen von Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index. Zur Anreicherung der täglichen Ernährung mit wertvollen Ballaststoffen.
Effekt: Regt die Darmtätigkeit an, verbessert die Verdauung, liefert Nährstoffefür die Darmflora.
